Greenwashing the Tabacco – Wie muss ich mir das Rauchen vorstellen?

Seit einiger Zeit hängen in meiner Stadt die Gauloises-Plakate und -City-Lights. Eine Gruppe von Leuten (so 30 Jahre um den Dreh?) sitzt auf einer Treppe und lacht zusammen. Bei der Marke von Imperial-Tabacco/Reemtsma ist das nichts neues. 

Wenn man so darüber nachdenkt, zeigen eigentlich edliche Zigaretten-Werbungen Leute, die in Gesellschaft Spaß haben! – Rauchen ist ja auch ein Gesellschaftsding... Es ist also ein Usus, dass man junge Leute zeigt, die sich amüsieren, Freundschaft feiern, oder – wie bei Gauloises Blondes – ihre Freiheit genießen. Liberté toujours.

Der neue Trend in dieser Industrie ist aber viel komischer. Komisch ist hier nicht lustig sondern irritierend. Angefangen hat es wahrscheinlich damals mit Marlboro Blend 29. Zigaretten ohne Zusatzstoffe; nur mit Wasser behandelt. Das warf bei mir (damals noch Raucher) die Frage auf: Was steckt denn in meinen roten Marlboros dann drin? Von diesem Schritt am Tabakmarkt an, kann man ein Greenwashing erkennen. Die Hersteller verwenden Packungsmaterial mit Öko-Touch, so rau und recycelt und völlig naturbelassen. Auf den Plakaten liegen jetzt Schachteln im grünen Gras oder Pflanzen ranken durchs Geschehen.

gauloises Urban Gardener

Jetzt ist aber der Punkt erreicht, wo ich echt lachen musste. Über das komische Element hinaus, wird es jetzt lustig in meinen Augen. Das neue Lebensgefühl ist jetzt: gut gelaunter, junger Urban Gardener! Die Zigaretten brennen zwar und es raucht, aber vielleicht gerade deshalb wächst überall um mich herum das Grün. Sogar da wo ich mit meinen Raucherkumpels sitze! Bei der Vorstellung musste ich dann denken: Bereitet sich so die Tabakindustrie auf die Schockbilder vor? Was für ein Bruch!

Achtet mal darauf, welches Bild von Zigaretten vermittelt wird.