Medien und Überwachung
– Eigentlich fast dasselbe in Grün

Heute mischen sich in den Medien die Neuigkeiten, sogar eine Meme ist dabei. Pofalla beendet Dinge auf Tumblr (ganz witzig, schaut mal rein) nach seiner Aussage zur NSA-Sache. Die Vorwürfe sind "vom Tisch". Das ist natürlich witzig und sollte dem Herrn laaange hinterher hängen. Es gibt aber auch andere interessante Meldungen; z.B. aus UK. Wir Deutschen sind gegenüber den Briten und den Amerikanern recht verwöhnt, zumindest was den Datenschutz angeht.

Jeder Kunde hierzulande kennt Payback, weil es an der Kasse oft nervt. 2000 rief die Metro das Programm ins Leben. Kunden bekommen bei Treue, d.h. Bindung an beteiligte Supermärkte etc. Geld/Prämien zurück. In den USA gab es schon 1981 ein Loyalty Program von American Airlines. Fluggäste, die viel fliegen, bekommen Bonusmeilen. Das hat auch jeder schon einmal gehört. Wichtiger Aspekt für Marketer ist hier natürlich aber das Profil des Kunden. User Data ist eine der Währungen, die in Zukunft am schwersten wiegen.

Targeting-Neuheit sorgt für Diskussionsstoff

renew muelleimer

Die W&V befasst sich heute mit einer Meldung ähnlichen Inhaltes. Renew London hatte in London Mülleimer aufgestellt, die User erkennen, Profile erstellen und angepasste Werbung zeigen. Wird es so aber vorerst nicht geben. Das wird zumindest aus der Antwort der Londoner Stadtverwaltung auf die Anfrage von The Independent klar.

“We have already asked the firm concerned to stop this data collection immediately." So ein Teil der Antwort der City of London Corporation

Das hört sich super an, wundert mich persönlich aber, weil gerade die Londoner doch mit Überwachung leben. 10.000e Überwachungskameras, mit denen Scotland Yard bis heute nach Beteiligten der London Riots sucht!

Die Frage die ich mir stelle ist gerade: Ist Targeting denn nicht für beide Seiten gut? Anbieter und Rezipient?

Wenn ich nur für mich angepasste Werbung sehe, wäre ich bereit auch preiszugeben wo ich in der Innenstadt so rumlaufe. Das würde doch auch die Werbung viel weniger nervig machen. Dann müssten Männer nichts von Vagisan hören und die Frauen auch nicht. Allerdings wäre auch die Frage, welche Werbung mir so ein Mülleimer-Display zeigt, denn an der Haltestelle muss nicht jeder wissen, dass unter den drei Wartenden einer potenzieller Haarwuchsmittel-, Face-Lift- oder Schlagermusik-Kunde ist. Wer den Film Minority Report gesehen hat, hat schon einen Vorgeschmack auf diese Art von Werbe-Zukunft bekommen.

Willkommen in der Zukunft!