Wer darf im Facebook mit wem kommunizieren?

Diese Frage hört sich zuerst nach einem "Hä?!" an, weil das Facebook schließlich frei ist, für alle User. Ich selbst beobachte aber 1-2 Fälle, wo auch ich die Verbindung über das Freunde-Medium für sehr interessant halte. Wie z.B. LehrerIn und SchülerIn oder PolizistIn und Problem-Fußball-Verein. Es gibt also Sachen, wo auch ich als Social Media Enthusiast nicht immer "ja klar!" sage. Aber ehe ich kritisiere, beobachte ich erst mal.

Grund dieser Gedanken in dieser Woche ist ein Artikel im Stern.de über ebendiese. Demnach gibt es vom Land Baden-Württemberg nun einen Leitfaden für den Umgang mit Social Media. Laut dieses Leitfadens wird die Vernetzung untereinander verboten. Weder Schüler zu Lehrer noch Lehrer zu Lehrer dürfen verknüpft sein – "Hierunter fällt jegliche dienstlichen Zwecken dienende Kommunikation zwischen Schülern und Lehrkräften sowie zwischen Lehrkräften untereinander (...)". Direkt darauf heißt es dann aber auch "Im Rahmen des Unterrichts dürfen soziale Netzwerke jedoch dazu genutzt werden, um Funktionsweise, Vorteile, Nachteile, Risiken usw. pädagogisch aufzuarbeiten". Das ist in etwa so wie der Teenie und die Mutter, die im TV etwas über die gefährlichen Facebook-Parties gesehen hat und jetzt zu dem Teenie kommt um zu warnen, oder?

Vorrangig wird in dem Leitfaden auf Datenschutzgesetze verwiesen. Die Vermutung liegt aber nah, dass es wie in dem Stern-Artikel erwähnt um "aufweichenden Respekt" geht. Ich bin aber der Meinung, dass auch in der digitalen Gesellschaft Du und Sie existieren. Einen enormen Unterschied gibt es etwa zwischen Xing/LinkedIn und Twitter. Wer nicht weiß, wovon ich rede, der nimmt an einem der Netzwerke nicht teil. Ein weiterer Aspekt ist die Vermischung von Social Media und realem Alltag. Wer einem Lehrer im Facebook an die Chronik tackert "Du Opfer!", der wird auch in der Schule nicht "Herr Lehrer" sagen.

Wer aber, ganz gleich ob Schule oder Betrieb, soziale Netzwerke verbietet, der zeigt sich doch etwas weltfremd. Immer stärker wird die Welt im Alltag mit gerade dem Facebook verknüpft. Es ist schwer bis unmöglich den Ausbau von diesen Netzwerken zu steuern. Viele Firmen haben erkannt, dass in dieser Kommunikationsform nicht nur Trend steckt, sondern auch Potenzial. Mirko Kaminski (CEO von achtung!) ist da, meiner Meinung nach, ein gutes Beispiel. Hier kommt ein betriebsinternes Netzwerk "achtung! emma" zum Einsatz.

Quintessenz ist, dass ein Verbot von Social Media, oder die Regelung von Kontakten, nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Mit neuen Medien kann man nur zurecht kommen, wenn man sie nutzt und daraus Schlüsse zieht und lernt.